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Sieben Millionen Menschen in Deutschland leben mit der „Zuckerkrankheit“ Diabetes. Die Stoffwechselerkrankung geht mit zu hohen Werten des Blutzuckers einher. Neben regelmäßiger Überprüfung des Blutzuckerspiegels und einer gut eingestellten medikamentösen Behandlung wird Patienten zu einer gesunden Ernährung und Bewegung geraten. Doch das ist im „lockdown light“ gar nicht so einfach. Zum diesjährigen Welt-Diabetes-Tag am 14. November gibt Prof. Jens Encke, Chefarzt der Inneren Medizin und Ärztlicher Direktor im Johanna Etienne Krankenhaus, Tipps und ordnet die Situation für Menschen mit der chronischen Erkrankung ein.

„Längst nicht alle Diabetes-Patienten sind Teil der Risikogruppe“, so Prof. Encke. „Junge Menschen mit Typ-1-Diabetes ohne Folgeerkrankungen gehören nicht dazu. Wer aber an Begleiterkrankungen etwa des Herz-Kreislauf-Systems leidet, hat ein erhöhtes Risiko, an Covid-19 zu erkranken und einen schweren Verlauf durchzumachen. Um sich vor einer Infektion zu schützen, sollten diese Menschen besonders vorsichtig sein und sich die allgemeingültigen AHAL-Regeln zu Herzen nehmen.“ Ausschlaggebend sei ein gut eingestellter Blutzucker. Denn das Immunsystem kann nur bei stabilen und vor allem nicht zu hohen Werten zuverlässig arbeiten. „So senken Menschen mit Diabetes nicht nur ihr Infektionsrisiko, sondern haben vermutlich auch weniger Komplikationen, wenn es doch zu einer Ansteckung mit dem Coronavirus gekommen ist“, erklärt der Chefarzt und Diabetologe. 

Meist geht ein hoher Blutzucker darüber hinaus mit Schäden an den Gefäßwänden einher. Vorsorgeuntersuchungen etwa beim Hausarzt oder Kardiologen, Behandlungen bei der Fußpflege oder zahnärztliche Kontrollen sind für Menschen mit Diabetes wichtig, um Folgeerkrankungen dieser Schäden an den Gefäßen vorzubeugen oder rechtzeitig zu behandeln – auch während der Corona-Pandemie. „Sollte ein Klinikaufenthalt nötig werden, sind Diabetiker in einem Haus mit dem Siegel ‚für Diabetes-Patienten geeignet‘ gut aufgehoben“, so Prof. Encke. Das Johanna Etienne Krankenhaus trägt dieses Zertifikat, das die Deutsche Diabetes Gesellschaft nach einer eingehenden Prüfung verleiht, seit 2017. Im Sommer dieses Jahres wurde die Auszeichnung erneuert.       

Fünf Tipps für Diabetes-Patienten in Zeiten von Corona:

  • Kochen Sie häufig selbst und probieren Sie neue, gesunde Rezepte aus. So haben Sie die eingesetzten Mengen an Zucker, Fett und Salz im Blick – im Gegensatz zu Essen vom Lieferdienst oder Fertiggerichten. Lassen Sie sich im Internet oder von Diabetes-Magazinen inspirieren. Wenn Sie nicht online unterwegs sind, suchen Freunde oder Familie bestimmt gerne etwas heraus. Auch Ihren Hausarzt können Sie ansprechen.
  • Gehen Sie möglichst bei Tageslicht spazieren und legen Sie, je nach Beweglichkeit, kleine Sportübungen zu Hause ein.
  • Sehen Sie nach, ob Sie ausreichend Medikamente und Hilfsmittel wie Teststreifen, Sensoren oder auch Desinfektionsmittel im Haus haben, und bestellen Sie rechtzeitig nach. Eine Infektion kann den Zucker-Haushalt durcheinander bringen, so dass Sie gegebenenfalls mehr Insulin brauchen als normalerweise. Um bei einer Unterzuckerung rasch gegenzusteuern, stellen Sie sicher, dass Sie schnelle Kohlenhydrate wie Traubenzucker, Saft oder Gummibärchen im Haus haben.
  • Besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, ob Sie während einer Quarantäne oder im Falle einer Infektion häufiger Blutzucker messen sollten, ob Ihre Therapie angepasst werden sollte und ob Mittel, die Sie gegen Symptome des Coronavirus einnehmen, Wechselwirkungen mit Ihren regelmäßigen Medikamenten haben.
  • Stellen Sie eine Liste der Medikamente und ihrer Dosis zusammen, die Sie regelmäßig einnehmen oder spritzen. Legen Sie Ihre Versicherungskarte, Ihren Blutzuckerpass und Ihr Diabetes-Tagebuch bereit für den Fall, dass Sie ins Krankenhaus müssen