Definition: Chemoembolisation

Dr. Wolf Köster, Spezialist Lokale Tumortherapie

"Die TACE (transarterielle Chemoembolisation) ist ein minimal-invasives Verfahren zur Behandlung von Tumoren. Diese Therapieform kombiniert die zielgerichtete Gabe von Chemotherapeutika mit einer lokalen Verstopfung der Arterien (Embolisation). Diese Kombination erhöht die Wirkung auf den Tumor."

Kontakt
Pia Weinand, stv. Chefarztsekretärin
02131 529 53218
p.weinand@ak-neuss.de

Mitarbeiter Herr Koester

Voraussetzung

Oft entscheiden sich die behandelnden Ärzte bei Leberkrebs für eine transarterielle Chemoembolisation (TACE), wenn Tumore operativ nicht entfernt werden können. Der Tumor kann für eine TACE an mehreren Stellen in der Leber sitzen, darf aber noch keine Metastasen gestreut haben. Außerdem sollte der Patient eine gute Leberfunktion haben. Neben der Leber kommen auch andere Tumor-Lokalisationen wie die Niere oder die Lunge in Frage.

Wirkweise

Der Arzt oder die Ärztin punktiert eine Leistenarterie und legt dort eine „Schleuse“, um einen Blutaustritt zu verhindern und Instrumente leicht einführen zu können. Ein spezieller Katheter wird nun über die Leistenarterie und die Hauptschlagader bis zur Leberarterie geschoben. Unter Röntgen kann der Arzt mit Hilfe von Kontrastmitteln den Tumor, die Gefäße und die Lage der Katheterspitze sehen. In der Leberarterie angekommen, wird der Katheter genau dort positioniert, wo die Arterie verschlossen, also embolisiert, werden soll.

Die Leberarterie zweigt sich in kleine Arterien auf und der Lebertumor wird über eine oder mehrere dieser kleinen Arterien mit Blut versorgt. Bei der Embolisation werden durch den Katheter kleine Kunststoffteilchen in das Gefäß gespritzt, das den Tumor versorgt, bis das Gefäß verstopft und die Blutzufuhr unterbrochen ist. Die Tumorzellen gehen zugrunde, da die nötigen Nährstoffe und der Sauerstoff nicht mehr zu ihnen gelangen. Wird zusätzlich ein Chemotherapeutikum durch den Katheter gespritzt und damit direkt am Tumor platziert, dann spricht man von Chemoembolisation. Das Chemotherapeutikum bewirkt zusätzlich ein Absterben der Krebszellen. Die Chemotherapie direkt im Tumor wirken zu lassen, zeigt eine 20-fache Konzentration der tumorzerstörenden Therapie im Vergleich zu einer herkömmlichen Chemotherapie.

Je nach Tumor und Erfolg der Behandlung wird die TACE zwei bis drei Mal im Abstand von jeweils vier bis sechs Wochen wiederholt.

Mögliche Nebenwirkungen

Die für eine TACE spezifischen Nebenwirkungen sind vor allem im Postembolisations-Syndrom mit Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Fieber zusammengefasst – Das Syndrom wird durch den raschen Tumorzerfall hervorgerufen. Weiterhin sind Nachblutungen an der Punktionsstelle an der Leiste und Reaktionen auf das Kontrastmittel zu nennen. Schwerwiegende Komplikationen wie das Versagen der Leber sind sehr selten.

Lokale Tumortherapie

PD Dr. med Gebhard Schmid und Dr. Wolf Köster

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Gemeint ist die punktgenaue Behandlung der bösartigen Struktur am Ort des Geschehens. Hierzu werden unter Beobachtung verschiedene Behandlungen gegen den Tumor – zum Beispiel mit Hilfe von dünnen Sonden (Kathetern) – über die Haut in den Körper eingebracht. 

Hitze, Kälte ( Kryotherapie  ) oder Hochspannung sind die Behandlungen, die den Tumor direkt vor Ort zerstören.