Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie

Johanna Etienne Krankenhaus

Unser Zentrum für Wirbelsäulenchirurgie bietet Ihnen das komplette Spektrum der Diagnostik und Therapie – von konservativen Verfahren bis hin zur modernen Operation. Ziel ist immer: so wenig Eingriff wie möglich, so viel Wirkung wie nötig. 

Nach sorgfältiger Diagnostik starten wir in der Regel mit konservativen Maßnahmen wie Physiotherapie, manueller Therapie, Infiltrationen oder Laserbehandlungen. Erst wenn diese ausgeschöpft sind, wird eine Operation notwendig. Dann kommen moderne, minimalinvasive Techniken zum Einsatz – mit dem Ziel, maximale Sicherheit und eine möglichst schnelle Genesung zu erreichen. Dabei profitieren unsere Patienten von einer echten multidisziplinären Zusammenarbeit von Orthopäden, Unfallchirurgen, Neurochirurgen und Schmerzmedizinern – alle gebündelt in einem Team und gemeinsam verantwortet.

Erkrankungen und Krankheitsbilder

Wir möchten Ihnen helfen

An der Wirbelsäule entlang verlaufen Knochen und zahlreiche Nervenbahnen. Die bekannteste davon ist das Rückenmark, über welches das Gehirn viele Prozesse in unserem Körper steuert. Verletzungen an der Wirbelsäule bedürften deshalb eines scharfen Blicks und passgenauen Schnitten.

  • Bandscheibenvorfall/-vorwölbung
  • Spinalkanalstenose von HWS oder LWS
    (Verengung des Rückenmarkkanals)
  • Wirbelkörperbruch bei Osteoporose
  • Wirbelkörperbruch nach Unfallereignis
  • Verrenkungen der Wirbelsäule (Luxationen)
  • Rheumatische Erkrankungen der Wirbelsäule
    (z.B. Morbus Bechterew)
  • Fehlstellung der Wirbelsäule (Deformitäten)
    • Skoliose (Seitabweichung mit Verkrümmung)
    • Kyphosen („Buckelhaltung“, Morbus Scheuermann)
  • Wirbelgleiten (Spondylolisthese)
  • Tumoren und Metastasen
  • Entzündungen der Bandscheiben und/oder Wirbelkörper (Spondylodiscitis)
Modell einer Wirbelsäule inklusive Becken auf welches mit einem Stift gezeigt wird.

Therapieangebote

Auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten

Therapieangebote

Operationssaal in dem einige Ärzte in Operationskleidung stehen und operieren.

Neuartige Operationstechniken ermöglichen ein besonders sicheres Ergebnis mit einer schnellen Heilungszeit. Zwei Beispiele: das OP-Mikroskop als Goldstandard und die modernen video-endoskopischen Techniken unter besonderer Berücksichtigung von minimalinvasiven Zugangstechniken („Schlüsselloch-OPs“). Das Einbringen von Implantaten erfolgt bei uns regelhaft unter 3D-Bildkontrolle über eine computergestützte Navigation und robotischer Assistenz, dem sogenannten Excelsius GPS.

  • Mikroskopische Bandscheibenchirurgie
  • Endoskopische Bandscheibenchirurgie
  • Mikroskopische Erweiterung des Rückenmarkkanals
  • Endoskopische Erweiterung des Rückenmarkkanals
  • Bandscheibenprothetik der Hals- und Lendenwirbelsäule
  • Stabilisierungsoperationen offen chirurgisch
  • Stabilisierungsoperationen minimal-invasiv (Schlüssellochchirurgie)
  • Zementstabilisierung der Wirbelkörper (Kyphoplastie, Vertebroplastie)
  • Wirbelkörperersatz-Operationen
  • Hybridoperationen unter dem Einsatz von Implantat-Stabilisierungen und zusätzlichem Einsatz von Zementverankerungen

Um unseren Patienten die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten, arbeitet das Ärzteteam des Wirbelsäulenzentrums nach Bedarf selbstverständlich mit den Fachabteilungen der Orthopädie/Unfallchirurgie, Radiologie, Anästhesie, Neurologie und Onkologie) sowie der Gefäß- und Thoraxchirurgie, Interventionellen Radiologie und der Inneren Medizin zusammen.

  • Deformitätenchirurgie mit Aufrichtung und Versteifung zur Wiederherstellung der natürlichen Balance des Wirbelsäulenprofils (Korrekturspondylodese)
  • Individuelle Revisionschirurgie (Failed-Back-Surgery)

Besondere Wirbelsäulenleiden

Unser besonderer Fokus liegt in der sogenannten Revisionschirurgie. Damit ist die chirurgische Therapie von Patienten gemeint, die bereits eine Operation hinter sich haben, jedoch keine Besserung verspüren. Unser zweites Augenmerk liegt in der Behandlung von osteoporotisch veränderter oder verletzter Wirbelsäule. Die Operateure geben dazu auf nationaler und internationaler Ebene ihre Erfahrungen und Kenntnisse als Instruktoren auf einer Vielzahl von Workshops an die kommenden Generationen von Wirbelsäulenchirurgen weiter.

Einzigartiges Stufenmodell zur Behandlung von Rückenschmerzen

Wir klassifizieren zunächst nach der Schmerzursache: Etwa 85 Prozent unserer Patientinnen und Patienten kommen mit nicht-spezifischen Rückenschmerzen, die wir im Rahmen unseres interdisziplinären Dreistufenmodells behandeln. Zunächst erfolgt eine gründliche körperliche Untersuchung mit ergänzender Diagnostik, um den Schmerzgenerator zu identifizieren. Bestätigt sich ein nicht-spezifischer Rückenschmerz, werden ambulante und/oder stationäre nicht-operative Therapieoptionen ausgeschöpft und die aktive Mitarbeit des Patienten gefördert.

Bei spezifischen Ursachen entwickeln wir ein individuell abgestimmtes, konservatives Behandlungskonzept. Erst wenn diese Maßnahmen keine dauerhafte Besserung bringen, wird eine operative Therapie kritisch in Erwägung gezogen.

Ablauf einer schmerztherapeutischen Behandlung

Als zertifizierte Schmerzklinik wissen wir um die hohe Bedeutung einer nicht-operativen Behandlung. Dank des fachübergreifenden Therapieansatzes können wir Patienten auf mehreren Ebenen Hilfestellungen anbieten, um chronische Schmerzzustände zu beheben oder zumindest deutlich zu lindern.

Roboter-gestützte Wirbelsäulenchirurgie

Modernste Technik und Expertise

Roboter-gestützte Wirbelsäulenchirurgie

Die robotisch assistierte Wirbelsäulenchirurgie mit dem ExcelsiusGPS®-System stellt eine moderne Weiterentwicklung minimalinvasiver Operationsverfahren dar.

Durch präzise Planung, exakte Implantatplatzierung und schonende Technik können Komplikationen reduziert, die Operationsdauer verkürzt und die Erholungszeit beschleunigt werden

Für Patientinnen und Patienten bedeutet das: mehr Sicherheit, weniger Belastung und eine schnellere Rückkehr zu Lebensqualität und Beweglichkeit.

OP-Ablauf

Das robotisch assistierte System ExcelsiusGPS® unterstützt den Operateur bei der exakten Planung und Umsetzung des Eingriffs. Wichtig: Der Roboter operiert nicht selbstständig. Er begleitet den Chirurgen und liefert in Echtzeit dreidimensionale Informationen über die Position von Instrumenten und Implantaten

Bereits vor Beginn des Eingriffs wird anhand aktueller Bildgebung ein individueller, patientenspezifischer Operationsplan erstellt. Während der Operation führt der Roboterarm exakt entlang der geplanten Trajektorie – mit Präzision im Millimeterbereich

Vorteile

Die robotisch navigierte Wirbelsäulenchirurgie bietet mehrere klare Vorteile:

  • kleinere Hautschnitte
  • geringere Weichteilbelastung
  • verkürzte Operationszeit
  • reduzierte Strahlenbelastung
  • geringerer Blutverlust
  • kürzerer Krankenhausaufenthalt
  • niedrigere Komplikationsrate

Besondere Einsatzgebiete

Die Technologie eignet sich insbesondere für:

  • komplexe Versteifungsoperationen
  • Eingriffe an der Halswirbelsäule mit besonders empfindlichen Strukturen
  • ausgeprägte Wirbelsäulendeformitäten
  • Revisionsoperationen mit bereits vorhandenen Implantaten

Gerade in anatomisch anspruchsvollen Situationen ermöglicht die robotische Navigation eine deutlich höhere Sicherheit

FAQ

Sie fragen - wir antworten

Wie gefährlich sind Wirbelsäulenoperationen?

Jede Operation an der Wirbelsäule ist mit gewissen Risiken verbunden. Dazu gehören unter anderem fehlerhafte Schraubenpositionen oder – sehr selten – Verletzungen von Nerven.
Dank unserer hohen Spezialisierung, langjährigen Erfahrung und modernster Technik, wie modernster OP-Mikroskope, 3D-Navigation und Robotik, können wir das Risiko aber auf ein Minimum reduzieren. Zusätzliche Hilfsmittel wie z.B. das intra-operative Neuromonitoring, bei dem dauerhaft die Nervenleitungen überwacht werden, garantieren die größtmögliche Sicherheit während des Eingriffs.

Wann darf ich nach der Operation wieder aufstehen – und was sollte ich beachten?

Wie schnell Sie sich nach einer Operation wieder bewegen dürfen, hängt von mehreren Faktoren ab: etwa von der Dauer des Eingriffs, dem Blutverlust, der Schmerzintensität und Ihrer allgemeinen körperlichen Verfassung.
In der Regel können Sie bereits am OP-Tag begleitet und vorsichtig vor dem Bett stehen und kurze Strecken im Zimmer gehen. Nach kleineren Operationen ist es meist auch möglich, das Zimmer zu verlassen.
Gemeinsam mit unserer Physiotherapie üben Sie schon in der Klinik die ersten Bewegungen. Diese Übungen können Sie anschließend selbstständig oder in einer Reha fortführen. Einen individuellen Plan erhalten Sie während Ihres Aufenthalts.

Muss ich nach der Operation ein Korsett tragen?

Die Notwendigkeit zu einer zusätzlichen Sicherheitsstabilisierung durch ein Korsett wird individuell, gemessen an der zu Grunde liegenden Erkrankung und der daraus resultierenden Operation individuell getroffen.

Wie bekomme ich eine Reha nach der Operation?

Je nach Art des Eingriffs und Ihrem Alter empfehlen wir oft eine Rehabilitationsmaßnahme. Wenn feststeht, dass eine Operation notwendig ist, können wir uns schon im Vorfeld gemeinsam mit Ihrer Krankenkasse um einen passenden Reha-Ort kümmern.
Natürlich unterstützen wir Sie auch nach der Operation bei der Beantragung.
In der Reha lernen Sie, mit der neuen Statik Ihres Rückens umzugehen, führen gezielte Übungen durch und erhalten Tipps, wie Sie Ihren Rücken im Alltag stärken können. Je nach Mobilität ist auch eine ambulante Reha – zum Beispiel in einer Physiotherapiepraxis – möglich.

Wann darf ich wieder Sport treiben?

Nach einer Wirbelsäulenoperation ist zunächst Schonung wichtig. Sobald die Wundheilung abgeschlossen ist, können Sie mit sanften, rückenfreundlichen Sportarten wie Schwimmen oder Walking beginnen.
Sportarten mit Sturzrisiko oder höherer Belastung – zum Beispiel Tennis, Golf oder andere Ballsportarten – sind in der Regel nach etwa sechs Wochen wieder möglich.
Skifahren oder vergleichbare Sportarten mit hohem Tempo und Sturzgefahr empfehlen wir erst nach rund sechs Monaten.

Kann ich mich nach einer Wirbelsäulenoperation noch bücken?

Viele Patientinnen und Patienten haben schon vor der Operation eine eingeschränkte Beweglichkeit – meist durch Verschleiß oder Arthrose. Nach der Operation verbessert sich die Beweglichkeit häufig, da die schmerzverursachenden Veränderungen beseitigt werden.
Die operativ versteiften Abschnitte werden in der Regel nicht als störend empfunden, da sie nur den erkrankten Bereich betreffen.
Werden jedoch größere Abschnitte der Wirbelsäule verbunden, kann sich das Beugen oder Drehen etwas eingeschränkter anfühlen. Wie stark das im Alltag spürbar ist, hängt von der Länge und Lage des betroffenen Bereichs ab.

Bin ich zu alt für eine Wirbelsäulenoperation?

Alter allein ist kein Grund, auf eine Operation zu verzichten. Entscheidend ist Ihr allgemeiner Gesundheitszustand.
Vor jeder Operation führen wir eine sorgfältige Risikobewertung durch. Wenn beispielsweise Herzprobleme bestehen, erfolgt vorab eine Untersuchung durch einen Kardiologen – etwa mit einem Belastungs-EKG.
Alle Ergebnisse werden gemeinsam ausgewertet, um eine sichere und individuell angepasste Operationsplanung zu ermöglichen. Während des Eingriffs stehen Operateur und Anästhesist in engem Austausch, um Ihre Sicherheit jederzeit zu gewährleisten.

Unsere Kompetenz für Ihre Gesundheit

Unser Team

Dr. Patrick A. Weidle

Chefarzt, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Dr. medic. (Ro) Axel Vaum

Sektionsleiter, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Dr. med. Mathias Herwig

Oberarzt, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Hossam Aiat

Oberarzt, Facharzt für Neurochirurgie

Justina Zalewska

Physician Assistant

Martina Hasenclever

Chefarztsekretärin

Ute Burkhardt

Case Managerin

Sprechstunde und Kontakt

Wir sind für Sie da

Wirbelsäulensprechstunde

Johanna Etienne Krankenhaus

02161 668 2117
wirbelsaeule@ak-neuss.de

Unsere Partner für Ihre Gesundheit

Neben dem Krankenhaus Neuwerk gehören auch die Niederrhein Klinik mit orthopädischer Rehabilitation sowie die Therapie- und Trainingszentren mit ambulanter Reha und verschiedensten Sportangeboten zu unseren medizinischen Partnern.