Johanna Etienne Krankenhaus stärkt Wirbelsäulenmedizin in Neuss

Dr. Weidle ist Chefarzt des Zentrums für Wirbelsäulenchirurgie

18.03.2026. Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Gründen für Arztbesuche in Deutschland. Gleichzeitig wird die Zahl operativer Eingriffe an der Wirbelsäule zunehmend kritisch diskutiert. Das Johanna Etienne Krankenhaus setzt bewusst auf eine besonders sorgfältige Abwägung vor jedem Eingriff: Operationsentscheidungen folgen dabei einem verbindlichen interdisziplinären Prüfprozess mit dem Ziel, konservative Therapien konsequent auszuschöpfen.

Mit der Leitung des Zentrums für Wirbelsäulenchirurgie durch Dr. Patrick Weidle, der zugleich das Wirbelsäulenzentrum am Krankenhaus Neuwerk führt, bündelt die St. Augustinus Gruppe ihre Expertise standortübergreifend. Die medizinische Verantwortung im Johanna Etienne Krankenhaus trägt Dr. Axel Vaum als Standortleiter.

Im Mittelpunkt steht ein klar strukturiertes Behandlungskonzept. Jeder Fall wird im interdisziplinären Team gemeinsam besprochen – unter anderem von Neurochirurgen, Orthopäden, Unfallchirurgen und Schmerztherapeuten. Ziel ist es, operative Eingriffe nur dann zu empfehlen, wenn konservative Maßnahmen wie Schmerztherapie, Infiltrationen oder physiotherapeutische Konzepte ausgeschöpft sind. Mit dem Neurochirurgen Hossam Aiat wird die Expertise im Zentrum weiter verstärkt.

„Wir prüfen jeden Eingriff sehr sorgfältig“, sagt Dr. Patrick Weidle. „Nicht jede Veränderung im MRT ist eine Operationsindikation. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten die medizinisch sinnvollste Lösung zu finden.“

Dr. Axel Vaum verantwortet die operative Versorgung am Standort Neuss. „Unser Anspruch ist es, die individuelle Situation jedes einzelnen Patienten differenziert zu bewerten“, erklärt Vaum. „Wenn ein Eingriff notwendig wird, verbinden wir langjährige operative Erfahrung mit modernster Navigationstechnologie. Gerade an der Wirbelsäule, wo Eingriffe in unmittelbarer Nähe zu sensiblen Nervenstrukturen erfolgen, ist höchste Präzision entscheidend für die Sicherheit und das funktionelle Ergebnis.“

Sowohl am Johanna Etienne Krankenhaus in Neuss als auch am Krankenhaus Neuwerk in Mönchengladbach steht jeweils ein robotergestütztes Navigationssystem zur Verfügung. In Deutschland verfügen weniger als zehn Kliniken über diese Technologie in einer vergleichbaren Struktur an mehreren Einrichtungen. Die Kombination aus 3D-Bildgebung und robotischer Assistenz ermöglicht eine exakte Implantatplatzierung und unterstützt minimalinvasive, gewebeschonende Verfahren.

Sebastian Baum, Geschäftsführer des Johanna Etienne Krankenhauses, betont: „Unser Anspruch ist es, Wirbelsäulenchirurgie auf einem Niveau anzubieten, das sich nicht allein über Fallzahlen definiert. Entscheidend ist die Verbindung aus hoher operativer Erfahrung, moderner Technologie und einem echten interdisziplinären Team aus Neurochirurgie, Orthopädie, Unfallchirurgie und Schmerzmedizin. Genau diese Kombination ermöglicht es uns, Innovation verantwortungsvoll einzusetzen und gleichzeitig eine Indikations- und Behandlungsqualität zu erreichen, die über das hinausgeht, was reine Statistiken abbilden können.“

Behandelt werden sowohl häufige Rückenprobleme wie Bandscheibenvorfälle als auch komplexe Erkrankungen der Wirbelsäule, zum Beispiel nach Unfällen, bei Osteoporose oder bei Fehlstellungen.

Mit diesem konservativ-operativen Gesamtkonzept stärkt das Johanna Etienne Krankenhaus die qualitätsorientierte Wirbelsäulenversorgung in Neuss und positioniert sich klar als Zentrum für verantwortungsvolle und präzise Wirbelsäulenchirurgie.