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Inhaltsverzeichnis

Mitarbeiter Herr Koester

Definition: Leberkrebs/Leberzellkarzinom

Dr. Wolf Köster, Spezialist Lokale Tumortherapie

"Ein Leberzellkarzinom entsteht meist infolge einer Leberzirrhose oder einer chronischen Leberentzündung. Es ist ein bösartiger Tumor der Leber, bei dem die erkrankten Zellen ihre Funktionen verlieren und der Körper so beispielsweise der Aufgabe des Entgiftens nicht mehr nachkommen kann. Es gibt drei verschiedene Arten von Leberkrebs: Mit 80 Prozent ist die häufigste Art das hepatozelluläre Karzinom (HCC), welches sich aus den Leberzellen selbst entwickelt. Das cholangiozelluläre Karzinom (CCC) entwickelt sich aus den Zellen der Gallengänge und das Angiosarkom stammt aus den Blutgefäßen der Leber. Männer erkranken durchschnittlich häufiger als Frauen an Leberkrebs."

Kontakt: Pia Weinand, stv. Chefarztsekretärin, 02131 529 53218p.weinand@ak-neuss.de

Ursache

Die Ursachen für Leberkrebs sind nicht vollständig nachgewiesen, jedoch zählen Übergewicht und übermäßiger Alkoholkonsum zu den Risikofaktoren. Oft entsteht Leberkrebs auch infolge einer Leberzirrhose, die aufgrund einer Virusinfektion (Hepatitis B oder C) entstanden ist. Ebenso können Giftstoffe für eine Erkrankung verantwortlich sein. Menschen, die an einer angeborenen Stoffwechselstörung des Eisengehalts leiden, haben ebenfalls ein erhöhtes Risiko, an Leberkrebs zu erkranken. Leberzellkarzinome sind auch häufig Metastasen anderer Krebserkrankungen, die sich in der Leber weiter verbreitet haben. Oft stammen diese Metastasen aus den Organen Brust, Gebärmutter, Lunge, Darm oder Prostata.

Symptome

Symptome wie Schmerzen im Oberbauch oder unerklärbarer Gewichtsverlust können auf ein Leberzellkarzinom schließen lassen. Ebenso können Fieber und ein Blähbauch oder Völlegefühl Anzeichen einer Erkrankung sein.

Diagnose

Um die Diagnose eines Leberzellkarzinoms stellen zu können, werden zunächst Bauch und Rippenbogen ertastet, um Unregelmäßigkeiten oder Wassereinlagerungen zu erkennen. Mithilfe von Tumormarkern können Rückschlüsse auf einen erhöhten Blutanteil des Alpha-1-Fetoproteins (AFP) geschlossen werden, welcher ein Indiz für einen Tumor in der Leber sein kann. Die bildgebenden Verfahren Ultraschall, Computertomografie (CT), Gewebeprobe (Biopsie) sowie Magnetresonanztomografie (MRT) können Veränderungen in der Struktur der Leber aufzeigen.

Behandlung

Das betroffene Gewebe bei Leberkrebs kann durch eine Operation vollständig entfernt werden. Die Leber kann sich sehr gut von einem solchen Eingriff erholen, so kann sie beispielsweise bei einer Entfernung von 85 Prozent des Gewebes mit den verbleibenden 15 Prozent trotzdem ihrer Funktion nachkommen.

Lokale Tumortherapie

Leberkrebs kann ebenfalls erfolgreich durch die innovativen Methoden der lokalen Tumortherapie behandelt werden.

Eine der Therapieformen ist die sogenannte Kryotherapie, bei der kleine Nadeln am Tumor befestigt werden, welche das Edelgas Argon einleiten, das Temperaturen von bis zu minus 110 Grad bewirkt. Dadurch werden die Zellen des Tumors zunächst vereist und anschließend aufgetaut, was den Tumor schonend zerstört.

Eine weitere Methode stellt die Radiofrequenzablation dar, welche den Tumor durch Hitze zerstört. Dabei wird über Sonden und durch Radiofrequenzen eine Temperatur von bis zu 100 Grad Celsius erzeugt, welche den Tumor regelrecht „verkochen“.

Ebenfalls eine gut wirksame Behandlung ist die Mikrowellenablation. Dabei werden Sonden zum Tumor geführt, die in Schwingungen versetzt werden und dadurch Temperaturen von bis zu 100 Grad Celsius erzeugen. Der Tumor wird so zerstört, das umliegende Gewebe aber kann geschont werden.

Neben der Hitze- und Kältetherapie kann Leberkrebs auch durch die irreversible Elektroporation behandelt werden. Diese wirkt über Elektroden, die zum Tumor führen und Stromstöße abgeben, die die Zellen des Tumors absterben lassen. Das Immunsystem transportiert die Zellreste ab.

Eine Alternative für eine Operation ist ebenso die Transarterielle Embolisation und Chemoembolisation (TACE). Diese Therapieform kann angewendet werden, wenn der Tumor keine Metastasen gebildet hat und der Patient eine gute Leberfunktion besitzt. Es wird zunächst ein Katheter bis zur Leber geführt, der durch Röntgen mit Kontrastmittel beobachtet wird. Der Katheter wird an der Leberarterie angeschlossen und verschließt diese mit kleinen Kunststoffteilchen, bis kein Blut mehr hindurch gelangt. Dadurch sterben die Tumorzellen ab, da die Versorgung von Nährstoffen und Sauerstoff unterbrochen ist. Die Chemoembolisation lässt den Tumor absterben, indem anschließend durch den Katheter ein Chemotherapeutikum verabreicht wird. Diese Form der Chemotherapie zeigt eine 20-mal höhere Konzentration als die herkömmliche Chemotherapie.

Die lokalen Tumortherapieformen sind für den Patienten meist schonender als Operationen und ermöglichen ein schnellere Genesung und einen geringeren Einsatz von Schmerzmitteln.