Orthopädie-Chefarzt Prof. Jörg Jerosch geht in den Ruhestand

(31.05.2021) Von manchen wird er wohlwollend als eine „Institution“ in der Neusser Ärztelandschaft bezeichnet. Kein Wunder: 22 Jahre lang arbeitete Prof. Jörg Jerosch als Chefarzt der Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin im Johanna Etienne Krankenhaus. Zum 31. Mai geht der 63-Jährige in den Ruhestand, um mehr Zeit für sich und seine Familie zu haben.

Für gewöhnlich dauerte ein Arbeitstag des Chefarztes von 6.30 bis 21 Uhr, bis er bei Wind und Wetter auf seinem Fahrrad nach Hause fuhr. In den letzten Jahren habe Jerosch allerdings gemerkt, dass es neben der Arbeit ebenso wichtig ist, auf sich selbst zu achten. „Es gab Zeiten, in denen ich jedes Wochenende auf einem Kongress war und montags wieder im Krankenhaus“, blickt er zurück. Während seiner Zeit im „Etienne“ etablierte Jerosch das Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung, ein Fuß- und ein Schulterzentrum und führte unzählige Operationen sowie Visiten durch.

„Ich habe es auch meinem Team zu verdanken, dass wir die Orthopädie im Johanna Etienne Krankenhaus gemeinsam erfolgreich aufbauen konnten. Jeden Tag habe ich mich auf die Menschen gefreut, mit denen ich zusammengearbeitet habe“, erklärt er. Kraft für seinen anspruchsvollen Beruf zog Jerosch nicht nur aus der Freude, seine Mitarbeitenden zu fördern und zu einer „gelungenen Mannschaft“ zusammenzustellen, sondern auch aus den Reaktionen seiner Patienten, die sich nach einem Eingriff wieder besser und schmerzfreier bewegen konnten. „Mit vielen habe ich noch heute Kontakt. Das Gefühl, wenn sich ein Mensch mit Tränen in den Augen bedankt, ist unbezahlbar.“

Doch nicht nur in seiner Abteilung arbeitete der Mediziner voller Leidenschaft: Das Bild eines aus allen Nähten platzenden Terminkalenders drängt sich auf, wenn Jerosch von seinen Projekten außerhalb des Krankenhauses erzählt, die von einer Professur an der Uniklinik Münster, über mehr als fünfzig erschienene Bücher und zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen bis hin zu Kooperationen mit Universitäten in China und Ägypten reichen. Die Gastärztinnen und -ärzte aus den Ländern kamen unter der Leitung von Jerosch regelmäßig ins „Etienne“, woraufhin der Chefarzt mit seinen Kolleginnen und Kollegen im Austausch die fernen Kliniken besuchte. Nun möchte der Orthopäde, der ursprünglich Mathematik und Physik studieren wollte, mit seiner Frau ganz privat und „außerhalb der Wissenschaft“ reisen, wie er erzählt.

Seinen neuen Lebensabschnitt beschreibt Jerosch mit einem literarischen Bild: „Ich habe das Gefühl, die Seiten im Buch meines Lebens im Abschnitt Krankenhaus sind zu Ende geschrieben. Dieses Buch hat aber noch viele andere Seiten, die ich gerade erst angefangen habe.“ Dazu gehören unter anderem Radfahren und Reisen – auch in Kombination. Eine weitere Leidenschaft des gebürtigen Gelsenkircheners gilt dem Verein FC Schalke 04, dem er selbst in schwierigen Zeiten treu bleibt und dessen Spiele er im Stadion verfolgt, wenn seine Termine es zulassen.

Neben seinen Hobbies wird Jerosch nach seinem Abschied vom „Etienne“ auch sein fachliches Können weiterverfolgen, in dem er weiterhin Medizinstudierende der Universität Münster unterrichtet und wissenschaftliche Artikel herausgibt. „Ich freue mich darauf, die restlichen Seiten meines Buches voll zu schreiben“, resümiert er mit einem Lächeln im Gesicht.

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Noch früher als im Geburtenrekord-Jahr 2020: Das 800. Baby ist da

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(25.10.2021) Schon seit einigen Jahren näht Uschi Hellmich mit Freundinnen und Bekannten ehrenamtlich Kissen in Herzform, die sie dem Brustzentrum des Johanna Etienne Krankenhauses schenkt. Unter die Achsel geklemmt kommen sie dort Patientinnen mit Brustkrebs zugute, indem sie nach einer Operation Schmerzen an der Narbe und Schwellungen lindern können.

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